Empathie auch für Männer

Menschenrechtsverbände kritisieren Empathielücke gegenüber Männern

09.07.2020

Berlin. „Politik und Medien gehen unterschiedlich mit den Schicksalen von Frauen und Männern um“, sagt Schriftsteller Gunnar Kunz und ruft dazu auf, diese Doppelmoral zu beenden. Dabei bekommt er Unterstützung von Menschenrechtsverbänden, die am 11. Juli 2020 zum dritten Mal den Tag der Geschlechter-Empathielücke begehen.

Die Gesellschaft verweigert Männern jegliches Mitgefühl, obwohl sie fünf Jahre früher als Frauen sterben, den weitaus größten Anteil an Obdachlosen stellen und doppelt so häufig Opfer außerhäuslicher Gewalt werden. Das zuständige Bundesministerium kümmert sich jedoch nahezu ausschließlich um Frauen.

Der 11. Juli symbolisiert als Gedenktag diese Empathielücke, steht er doch für das Massaker von Srebrenica, das sich 2020 zum 25. Mal jährt. Bosnisch-serbische Einheiten ermordeten damals achttausend Männer und Jungen, während Frauen und kleine Kinder vorab durch die UN in Sicherheit gebracht worden waren.

Verbrechen wie dieses wären nicht möglich, wenn die Vereinten Nationen die Menschenrechte für Frauen und Männer gleichermaßen ernst nähmen. Ähnlich einseitig berichten die Medien in Deutschland; beispielsweise rief die Entführung von hundert Mädchen durch die Terrorgruppe Boko Haram 2014 allgemeine Empörung hervor, während die Entführung, Folterung und Ermordung von zehntausend Jungen durch dieselbe Terrorgruppe kaum Erwähnung fand.

Aktuelles Beispiel für diese Doppelmoral ist der Umgang mit der Corona-Krise: Während doppelt so viele Männer sterben wie Frauen, verbreitet das Frauenministerium vor allem das Klischee vom gewalttätigen Mann. Zugleich sollten unterhaltspflichtige Väter selbst sehen, wie sie mit den Einkommenseinbußen aufgrund der Quarantänemaßnahmen klarkommen.

Zweierlei Maß, damals wie heute. Die Glaubwürdigkeit moderner Geschlechterpolitik muss sich jedoch daran messen lassen, inwieweit Politik und Gesellschaft in der Lage sind, Männern das gleiche Mitgefühl entgegenzubringen wie Frauen. Dazu bedarf es eines generellen Umdenkens. Der Gedenktag gibt den Anstoß dazu.

Presseerklärung 2019

08.07.2019

Menschenrechtsverbände kritisieren Empathielücke gegenüber Männern in Medien und Politik.

Berlin. „Politik und Medien gehen unterschiedlich mit den Schicksalen von Frauen und Männern um“, sagt Schriftsteller Gunnar Kunz und ruft dazu auf, diese Doppelmoral zu beenden. Dabei bekommt er Unterstützung von Menschenrechtsverbänden, die am 11. Juli 2019 zum zweiten Mal den Tag der Geschlechter-Empathielücke begehen.

Die Gesellschaft verweigert Männern jegliches Mitgefühl, so Kunz, obwohl sie um fünf Jahre früher als Frauen sterben und den weitaus größten Anteil an Obdachlosen stellen. Nicht nur Frauen, auch Männer leiden unter häuslicher Gewalt und werden doppelt so häufig Opfer außerhäuslicher Gewalt. Das zuständige Bundesministerium bietet jedoch ausschließlich Frauen Hilfe an.

Der 11. Juli symbolisiert als Gedenktag diese Empathielücke, steht er doch für das Massaker von Srebrenica, das sich 2019 zum 24. Mal jährt. Die muslimische Enklave stand während des Balkankrieges unter dem Schutz von UN-Streitkräften, die jedoch die Eingekesselten den bosnisch-serbischen Einheiten überließen, die achttausend Männer und Jungen ab dreizehn Jahren ermordeten, während Frauen und Kinder vorab in Sicherheit gebracht worden waren.

Verbrechen wie das von Srebrenica wären nicht möglich, wenn die Vereinten Nationen die Menschenrechte für Frauen und Männer gleichermaßen ernst nähmen. Auch die Medien in Deutschland berichten einseitig, wenn beispielsweise die Entführung von Mädchen durch die Terrorgruppe Boko Haram allgemeine Empörung hervorruft, während die Ermordung von Jungen durch dieselbe Terrorgruppe kaum Erwähnung findet.

Die Glaubwürdigkeit von Medien und moderner Geschlechterpolitik muss sich daran messen lassen, inwieweit Politik und Gesellschaft in der Lage sind, männlichen Gewaltopfern das gleiche Mitgefühl entgegenzubringen wie weiblichen. Dazu bedarf es eines generellen Umdenkens. Der Gedenktag gibt den Anstoß dazu.